Schon einmal von sogenanntem „Superfood“ gehört? Was als Gesundheitstrend der letzten Jahre gemeinhin für Lebensmittel mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit steht, findet sich in Form von Goji-Beeren, Chia-Samen oder Kokoswasser im Supermarktregal wieder. Ein Marketinggag? Auch, aber nicht ausschließlich. Während uns gewiefte Firmen mit ihren Produkten aus dem Dschungel, von einsamen Inseln und aus fernen Gegenden ein längeres Leben, Gesundheit oder Vitalität versprechen, vergessen wir, dass unsere Vorfahren vergleichbare Ergebnisse mit regionalen Pflanzen erzielen konnten - nur eben ohne viel Aufsehen zu erregen.

dieNikolai Demeter Weintrauben

Ein heimisches und zeitgleich viel unterschätztes Superfood ist die Weintraube – wobei die Kraft der auch für den Menschen wichtigen Pflanzenstoffe nicht nur in der Traube, sondern im gesamten Rebstock steckt. Zu tun hat das mit seinem Energiekreislauf. Erwacht der Rebstock mit den ersten, intensiven Sonnenstrahlen aus dem Winterschlaf, aktiviert er seine innere Energiezirkulation. Dazu reichert er sich mit Wasser aus dem Boden an und transportiert dieses bis in die kleinsten Rebäste. Die nährstoffreiche Lösung lässt alles Leben im Rebstock erwachen und versorgt Knospen und später auch das frische Grün mit besonders vielen Abwehr- und Vitalstoffen. Das ist auch der Grund, warum selbst das Laub des Weinstocks genießbar, ja sogar gesund ist. Obwohl klassisches Blattgemüse, haben Weinrebenblätter einen hohen Eiweiß- sowie Ballaststoff-Gehalt und sind deshalb besonders nahrhaft. In der Küche finden sie etwa als basisches Gegengewicht für einen übersäuerten Magen Anwendung. 

Auch bei der Weintraube selbst ist die positive Wirkung auf die Gesundheit erwiesen. In ihr stecken nicht nur wichtige Pflanzenstoffe, sondern auch die geballten Kräfte eines sonnigen, heißen Sommers. Am Weingut Nikolaihof Wachau werden bio-dynamisch bewirtschaftete Trauben geerntet und zur Perfektion gekeltert. Die edlen Tropfen aus der Kulturlandschaft zeichnen sich vor allem durch einen hohen Anteil an Polyphenolen aus. Bedingt durch die Konservierung in Alkohol kann der entzündungshemmende Bioaktivstoff besser vom Körper aufgenommen werden. Die Erkenntnis, dass Wein in Maßen genossen auch ein Heilmittel sein kann, ist mittlerweile rund 2.500 Jahre alt. Bereits der griechische Vater der Medizin, Hippokrates, soll mit einem gewissen Augenzwinkern gesagt haben: Das erste Glas Wein ist für die Gesundheit, das zweite Glas ist für die Fröhlichkeit, das dritte für den guten Schlaf und jedes weitere Glas eine Gefahr. Besonders viel wichtiges Polyphenol findet sich im Übrigen in den Schalen der Trauben. Sie enthalten außerdem hochwirksame Antioxidantien, die beschädigte Zellen reparieren und so für ein frischeres Aussehen sorgen. Weil Traubenschalen für meine Pflegeprodukte besonders kostbar sind, werden sie von Hand geschält und verarbeitet. 

Ein fast schon vergessenes, weil oft als Abfallprodukt im Müllkübel landendes Superfood ist der Traubenkern - ein weiterer Bestandteil der Traube, dem viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Er beinhaltet sogenannte oligomere Proanthrocyanidine (OPC) - etwas, das kaum auszusprechen, dafür aber besonders gut für uns ist. OPC gehören zu den stärksten Antioxidantien, die die Wissenschaft kennt. Sie weisen ein großes Heilpotential bei Hautproblemen und -krankheiten auf. Darüber hinaus gilt der Stoff in den Traubenkernen als entzündungshemmend sowie gewebereparierend. Das ist auch der Grund, warum ich das Öl des kleinen Anti-Aging-Wundermittels in meinen Pflegeprodukten einsetze. Auch Tocopherol – die häufigste Form von Vitamin E – und Resveratrol – ein wichtiger sekundärer Pflanzenstoff aus der Familie der Polyphenole – dürfen nicht unerwähnt bleiben. Beide Stoffe sind chemischen Verbindungen, die zum Immunsystem der Pflanze gehören. Genau diese Abwehrfunktion nehmen sie auch für unsere Haut wahr - sie neutralisieren freie Radikale und helfen der Haut, sich vor schädlichen äußeren Einflüssen zu schützen. Allerdings ist das nicht so einfach, denn Öl aus Traubenkernen ist wahrhaft nicht leicht zu gewinnen: Die kleinen Kernchen, die nach dem Pressen der Weintrauben zusammen mit den Traubenschalen als sogenannter „Trester“ zurückbleiben, werden kalt gepresst. Doch um einen Liter des kostbaren Öls zu gewinnen, benötigt man in etwa 2.000 Kilogramm Trauben.

Es gibt im Übrigen noch einen weiteren Grund, warum wir - wenn man so will - dem „regionalen Superfood“ den Vorrang einräumen: Ich weiß nämlich, dass alle meine Zutaten aus der Traube bio-dynamisch wachsen und unter fairen und sauberen Bedingungen für Mensch, Tier und Umwelt verarbeitet werden. Deshalb kannst Du mich ohne schlechtes Gewissen genießen - Deine Haut wird es Dir danken!