Eine Geschichte von Mut, Weingarten und ganz viel Herz.
Vor zehn Jahren begann alles mit einer Idee – und mit einem weißen Blatt Papier. Kein großes Budget, keine Marketingagentur, kein fertiger Businessplan. Nur zwei Schulfreunde, biodynamische Weingärten in der Wachau und die tiefe Überzeugung, dass in der Traube noch mehr steckt als Wein. Ein bisschen Naivität habe wohl dazugehört, sagt Martin heute schmunzelnd. Vielleicht braucht es sie sogar, um den ersten Schritt zu wagen. Doch es war nicht bloß Naivität – es war Mut. Mut, zu recherchieren, zu hinterfragen, zu entwickeln. Und dann zu entscheiden.
Video: Nachhaltig erfolgreich. Die beiden Gründer im Gespräch
Die erste Linie war klein, fast zart: ein Serum und vier Gesichtspflegen. Mehr nicht. Jede Bestellung wurde persönlich ausgeliefert, jeder Tiegel von Hand verpackt. Der Moment, in dem die ersten Kundinnen die Produkte in Händen hielten, war voller Spannung – und Stolz. Doch der Weg begann nicht ohne Stolpersteine. Eine der ersten Chargen war in ihrer Konsistenz zu flüssig. Bestellungen waren bereits eingegangen, Freunde und Familie warteten. Trotzdem entschieden sich Martin und Günter, alles einzustampfen und neu zu beginnen. Nicht gut genug war nicht gut genug. Diese Entscheidung prägt dieNikolai bis heute: Qualität vor Tempo. Überzeugung vor Kompromiss.

Zu Beginn waren die Rezepturen stark ayurvedisch geprägt – mit Sahne und Ghee. Mutig, besonders, intensiv. Nicht jede Nase war sofort begeistert. Doch genau diese Offenheit für Entwicklung führte zur Lieblingspflegelinie – einer zweiten Generation, die viele Türen öffnete und für viele Verwenderinnen zur täglichen Begleiterin wurde. Das Serum hingegen blieb von Anfang an das Herzstück. Es verkörpert bis heute die Philosophie von dieNikolai: reduziert, kraftvoll, für jede Haut geeignet – ein Konzentrat aus dem Weingarten, das Herkunft spürbar macht.
Während Nachhaltigkeit in der Beautybranche zum Trend wurde, war sie für dieNikolai nie Marketing, sondern Ursprung. Die Rohstoffe wachsen im eigenen Weingarten, seit über 50 Jahren biodynamisch bewirtschaftet, ohne Pestizide und Kunstdünger. Ja, manchmal fährt ein Auto vorbei. Ja, Traktoren gehören dazu. Aber echte Nachhaltigkeit bedeutet nicht sterile Perfektion – sondern konsequente Haltung. Auch heute stehen die beiden Schulfreunde selbst zwischen den Reben, ernten, entwickeln, und jeden einzelner Tiegel wird sorgfältig von Hand verpackt. Keine anonymen Lieferketten, keine Rohstoffe unbekannter Herkunft. Diese Nähe schafft Vertrauen und macht jedes einzelne Produkt einmalig.

Was die beiden Gründer jedoch am meisten bewegt, sind nicht Zahlen oder Auszeichnungen, sondern die Rückmeldungen der Verwenderinnen. Geschichten von sensibler Kinderhaut, von Menschen in schwierigen Lebensphasen, von begleitender Pflege während belastender Therapien. In solchen Momenten wird aus Kosmetik etwas Größeres. Dann wird spürbar, dass Natur nicht nur pflegt, sondern stärkt.
Natürlich gab es in zehn Jahren auch Diskussionen – große Entscheidungen werden oft erstaunlich schnell getroffen, doch bei Details wie Farbnuancen oder Etikettenformen kann leidenschaftlich gerungen werden. Diese Liebe zum Detail ist kein Zufall, sondern Ausdruck von Verantwortung. Und auch wirtschaftlich war der Weg nicht selbstverständlich. Günstigere Wege hätte es immer gegeben. Doch Werte waren nie verhandelbar. Dass dieNikolai heute wirtschaftlich erfolgreich ist, ohne diese Werte aufzugeben, ist vielleicht eine der schönsten Bestätigungen dieser Reise.
Besondere Momente gab es viele – etwa als eine Bestellung ihren Weg bis ins britische Königshaus fand und eine Kiste persönlich verschlossen auf die Reise ging. Und wenn man die beiden nach einem Traum fragt, der noch wartet, dann erzählen sie vom dieNikolai Spa mitten im Weingarten – ein Ort, an dem Pflege und Ursprung ganz unmittelbar erlebbar werden.
Heute beliefert dieNikolai über 150 Partner in zehn Ländern. Das Sortiment ist gewachsen, die Gemeinschaft ebenso. Und doch ist im Kern vieles gleich geblieben: die Handarbeit, die Nähe zur Natur, der Mut, anders zu sein. Zehn Jahre sind kein Abschluss, sondern ein Meilenstein. Eine Pause zum Innehalten. Und dann geht es weiter – zwischen Reben, Rohstoffen und der festen Überzeugung, dass echte Nachhaltigkeit kein Trend ist, sondern ein Versprechen.

