Neben dem Wein und Traubenkernöl gibt es noch einen anderen edlen Tropfen, den der Weinstock ganz ohne menschlichen Zutuns und im Eigeninteresse entstehen lässt. Rebwasser – die Alten Römer sprechen von Lacryma vitis oder Aqua vitis – ist jene Flüssigkeit, die der Rebstock nach dem Winterschlaf durch seine Rebzweige fließen lässt, um den Stock als Gesamtes mit Vitalstoffen zu versorgen und zu aktivieren. Sind die Rebzweige zuvor vom Winzer für ein kontrolliertes Wachstum der Triebe geschnitten worden, tropft das kostbare Nass an ihrer Schnittstelle heraus. Für die Rebe hat das durchaus ihren Sinn: Sie wehrt damit Bakterien ab, die über die offene Wunde in den Weinstock eindringen könnten, und versiegelt die Wunde mit Harz, das sich schließlich aus dem Rebwasser bildet. Was aussieht wie ein tropfender Wasserhahn, ist nichts anderes als das sichtbar gewordene Immunsystem eines Weinstocks.

dieNikolai  - Tränen des Weinstocks

Für die Alten Römer waren die wundersamen Tränen ihrer Pflanzen äußerst faszinierend. Sie haben die Flüssigkeit aufgefangen, sie untersucht, vorsichtig von ihr gekostet und ihre Beobachtungen zur medizinischen Wirksamkeit über Jahre hinweg niedergeschrieben. Einer dieser frühzeitlichen Forscher hieß Plinius Secundus, der von 23 bis 79 n.Chr. lebte. Er hat dem Rebwasser eine heilende Wirkung gegen Hautkrankheiten zugeschrieben. Hildegard von Bingen empfahl hingegen mehr als 1.000 Jahre später die Anwendung des Rebwassers bei Augenleiden oder Zahnschmerzen. Die erste kosmetische Verwendung hingegen ist auf das Jahr 795 zurückdatiert: In einem Rezept im Lorscher Arzneibuch war das Rebwasser Bestandteil einer Salbe für die Haut. Das Anwendungsgebiet war in jedem Fall ein breites – von der Stärkung des Magens bis hin zur Bekämpfung neurodermitischer Haut. Das Rebwasser wurde fortan als Wundermittel gegen kleine Wehwehchen, aber auch bei ernsthaften Erkrankungen verwendet. Das Wissen um die Tränen des Weinstocks ging zwar nicht verloren, allerdings geriet es allmählich in Vergessenheit und schließlich verschwand es fast gänzlich aus der Sammlung alter Hausmittel. Das Gute daran: Im Laufe der Geschichte wurde das Rebwasser aber auch mehrmals „neuentdeckt“ und mit den wachsenden Möglichkeiten auch wissenschaftlich untersucht.

Doch was produziert der Rebstock da eigentlich? Vier Forscher am Wiener Institut für pharmazeutische Chemie gingen dieser Frage 1993 nach und untersuchten den Saft eines Rebstocks aus dem Weinviertel per Gaschromatographie. Das Ergebnis: 32 Inhaltsstoffe wie Cineol, alpha-Terpineol oder Thymol sind gefunden worden. Sie sind hochwirksame Bio-Aktivstoffe mit antibakteriellen und desinfizierenden Eigenschaften. Allerdings konnte die Frage nicht gänzlich beantwortet werden, denn einen gewisser Anteil des Rebwassers konnte die Wissenschaft nicht identifizieren. Ein Geheimnis, das also auch tausende Jahre nach seiner Entdeckung noch nicht gelüftet ist.

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