Es war der Dichter Wilhelm Müller, der die Linde einst zum Hauptdarsteller eines Volkslieds machte. „Am Brunnen vor dem Tore“ erzählte 1823 von dem prachtvollen Baum, in dessen Schatten man so manch süßen Traum haben konnte. Heute, rund 200 Jahre später, kann man die Bedeutung der Müller’schen Textzeilen am Weingut Nikolaihof Wachau wieder entdecken. Dort nämlich, wo ein riesiger Lindenbaum Jahr für Jahr die Gäste des Hofs in seinen Bann zieht und das Asterisk-Symbol am Gipfel eines 45-Grad-Winkels zwischen Kapelle und Baum einen der stärksten Kraftplätze der Wachau markiert.

dieNikolai Lindenblüten

Eine Blüte mit Geschichte

Die spürbare Energetik des Kulturbaumes war aber schon vor jener Zeit bekannt, in der Epiker und Lyriker die Linde für sich entdeckten. Im alten Griechenland etwa war sie ein Symbol der Heiler sowie der Baum der Schönheitsgöttin Aphrodite. Auch heute steht der Baum im Dienste der Schönheit – ich mache mir nämlich das Jahrtausende alte Wissen um die heilende Kraft der Linde unter anderem in der Kosmetik zu Nutze. Denn die unzähligen Blüten unserer Kaiserlinde – sie wurde 1908 zum 60. Regierungsjubiläum des Kaisers gepflanzt – laden dank ihres honigsüßen Duftes nicht nur zum Träumen ein. Sie sind aufgrund ihrer Inhaltsstoffe auch ein wichtiger Bestandteil unserer biodynamischen Pflegekosmetik.

Von der Ernte bis zur Verarbeitung

Die Ernte der weiß-gelblichen Blüten ist allerdings eine Herausforderung, die die ganze Familie beschäftigt: Mit einem Hubstapler, der bis zur letzten Spitze des altehrwürdigen Baumes reicht, müssen die Helfer die kleinen Blüten pflücken und mithilfe alter Weinbutten sicher zu Boden bringen. Danach werden die wenigen Kilogramm, die man in einigen Stunde zusammenträgt, zum Trocken auf den alten Holzdachböden am Speicher ausgebreitet. Was für die Helfer bis dahin mit viel Mühe verbunden ist, ist für dieNikolai aber erst der Beginn eines langen Verarbeitungsprozesses: nach dem Trocknen wird aus den Blüten in einem aufwendigen Prozess ein Auszug hergestellt. Später bereichernd die extrahierten Essenzen die Feuchtigkeitspflege und den Pflegebalsam.

dieNikolai Lindenblüten Trocknung am Dachboden

Aber warum gerade Lindenblüten? Dass der Baum im alten Griechenland ein Symbol der Heiler war, ist freilich kein Zufall. Schließlich wird der Lindenblüte eine heilsame Wirkung zugeschrieben. Nicht nur im Tee verarbeitet, sondern auch auf die Haut wirkt sie beruhigend und reizlindernd. Zudem regt ihr Auszug die Durchblutung an, was für einen frischen Teint sorgt. Sogenannte Glykoside in der Pflanze sorgen außerdem für einen schmerzstillenden, entzündungshemmenden Effekt.

Von Hand und mit Herz verarbeitet

Um die Inhaltsstoffe zu schonen und der Qualität den Vorrang vor der Quantität einzuräumen, werden auch die Lindenblüten von Hand verarbeitet - das ist nicht nur unser Versprechen, sondern unsere Herzens-Philosophie. Apropos Herz: Aufgrund des herzförmigen Blattes war die Linde einst der nordischen Liebesgöttin Freya gewidmet. Auch das war Inspiration für die großen Lyriker: „Wo wir uns finden, wohl unter Linden“, eine Verszeile aus „Kein schöner Land“, ließ 1838 Liebende unter dem Lindenbaum zueinander finden …